Kohlenmonixid - unsichtbares Atemgift

geruchlos - geschmacklos - unsichtbar

(Bild: Initiative zur Prävention von Kohlenmonoxid-Vergiftungen, www.co-macht-ko.de)
(Bild: Initiative zur Prävention von Kohlenmonoxid-Vergiftungen, www.co-macht-ko.de)

Kohlenmonoxid (CO) ist ein gefährliches Atemgift. Es ist unsichtbar und lässt sich weder riechen noch schmecken. Betroffene bemerken nicht, wenn sie Kohlenmonoxid einatmen, denn es gibt keine typischen Symptome wie Husten oder Atemnot. Und hier liegt die Tücke: Während sich langsam Symptome wie Kopfschmerz oder Schwindel bei Ihnen einstellen, steigt die Konzentration des Gases in Ihrem Körper mit jedem Atemzug an. Die Kohlenmonoxid-Vergiftung kann über die Bewusstlosigkeit bis zum Tod führen.

 

Typische Beschwerden: 

  • Schwindel
  • Schläfrigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Verwirrtheit
  • Druck auf der Brust
  • Herzrasen
  • Übelkeit bis hin zu Erbrechen
  • Bewusstlosigkeit

Wie wirkt Kohlenmonoxid auf den Körper?

Beim Einatmen von Kohlenmonoxid gelangt das Atemgift über die Lunge in den Blutkreislauf. Dort bindet es sich an das in den roten Blutkörperchen enthaltene Hämoglobin, das normalerweise Sauerstoff transportiert. Es verdrängt den Sauerstoff und blockiert dessen Aufnahme im Blut. Kohlenmonoxid hat nämlich eine 300 mal so starke Bindung an das Hämoglobin im Blut wie Sauerstoff. Der lebenswichtige Sauerstoff kann dadurch nicht mehr zu den Zellen transportiert werden und die Organe – zu allererst das Gehirn – werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Bei einer hohen Konzentration an Kohlenmonoxid wird der Mensch bewusstlos und wacht nicht mehr auf.

(Bild: Initiative zur Prävention von Kohlenmonoxid-Vergiftungen, www.co-macht-ko.de)
(Bild: Initiative zur Prävention von Kohlenmonoxid-Vergiftungen, www.co-macht-ko.de)

Auch in geringen Dosen über einen längeren Zeitraum kann das Gift zu einer chronischen Vergiftung führen. Da besonders das Gehirn vom Sauerstoffverlust betroffen ist, kann eine Kohlenmonoxidvergiftung selbst nach der Behandlung langfristig zu Gedächtnis- und Bewegungsstörungen führen.

Kohlenmonoxid betrifft jeden!

(Bild: Initiative zur Prävention von Kohlenmonoxid-Vergiftungen, www.co-macht-ko.de)
(Bild: Initiative zur Prävention von Kohlenmonoxid-Vergiftungen, www.co-macht-ko.de)

Kohlenmonoxid entsteht bei Verbrennung kohlenstoffhaltiger Substanzen, z.B. Holz, Kohle, Papier, Erd- und Flüssiggas oder vieler Kunststoffe im Fall einer nicht ausreichenden Sauerstoffzufuhr. Da Verbrennungsreaktionen in der Natur und Technik niemals in allen Bereichen das ideale Mischungsverhältnis aus Brennstoff und Sauerstoff bieten, entsteht zwangsläufig bei jeder Verbrennung kohlenstoffhaltiger Substanzen Kohlenmonoxid.

 


Normalerweise ist das kein Problem, wenn Sie z.B. den Holzkohlegrill im Freien benutzen, ihre Heizung ordnungsgemäß funktioniert und die Abgase über den Kamin abgeleitet werden. Gefährlich wird es erst, wenn Kohlenmonoxid in großen Mengen entsteht und es sich in Räumen von Menschen und Tieren anreichert.

Gerade die folgenden Ursachen führen immer wieder zu gefährlichen Kohlenmonoxidvergiftungen:

  • defekte und schlecht gewartete Heizungsanlagen und Gasthermen
  • verstopfte Kamine und Schornsteine, z.B. durch Vogelnester
  • undichte Schornsteinanschlüsse
  • Betreiben von Gas- und Holzkohlegrills in geschlossenen Räumen
  • Rauchen mehrerer Wasserpfeifen in nicht schlecht belüfteten Räumen
  • Betreiben von einfachen Gasöfen ohne Kamin (z.B. Heizpilze, Heizstrahler) in geschlossenen Räumen
  • Laufenlassen von Kraftfahrzeugen in geschlossenen Garagen

Was tun im Ernstfall?

Vergiftungen durch Kohlenmonoxid sind selten und schwer zu erkennen. Sollten Sie daher aufgrund der Umstände und Symptome bei Ihnen oder anderen Personen das Vorliegen einer CO-Vergiftung vermuten, handeln Sie sofort:

  1. Verlassen Sie mit allen Personen sofort den möglichen Gefahrenbereich und gehen Sie ins Freie!
  2. Öffnen Sie Türen und Fenster, sofern möglich.
  3. Rufen Sie per Notruf 112 Rettungsdienst und Feuerwehr!
  4. Warten Sie draußen auf die Einsatzkräfte!
  5. Informieren Sie nach Möglichkeit weitere Bewohner/Nachbarn über die Gegensprechanlage oder telefonisch.
  6. Gehen Sie nicht zurück ins Haus!
(Bild: Initiative zur Prävention von Kohlenmonoxid-Vergiftungen, www.co-macht-ko.de)
(Bild: Initiative zur Prävention von Kohlenmonoxid-Vergiftungen, www.co-macht-ko.de)

Schutz vor Kohlenmonoxid

Grills oder Heizpilze gehören nicht ins Haus!

  • Betreiben sie niemals einen Grill oder Gas-Heizstrahler im Haus oder in der Garage. Es besteht akute Lebensgefahr durch unvollständig verbrannte Holzkohle oder Gas.

Camping-Gaskocher nur draußen benutzen!

  • Camping-Gaskocher oder Gasheizungen dürfen nicht im Zelt, Wohnwagen oder in anderen geschlossenen Räumen benutzt werden.

Vorsicht bei laufendem Motor in der Garage!

  • Moderne Autos mit Katalysatoren geben auch in den ersten Minuten Kohlenmonoxid ab. Sobald der Motor warm ist, filtert der Katalysator das meiste CO heraus. Ältere Automodelle bieten diese Sicherheit jedoch nicht.

Warten Sie nicht mit der Wartung!

  • Die Wartung Ihrer Gastherme oder Heizungsanlage sorgt für einen zuverlässigen Betrieb und ein langes Leben der Technik – und für Ihre Sicherheit. 
  • Bei jeder Art von Feuerstätten ist zudem eine regelmäßige Kontrolle der Abgaswege und des Schornsteins notwendig.

Gastherme oder Kamin? Lüftung sicherstellen!

  • Sorgen Sie für ausreichende Belüftung, wenn Sie eine Gastherme bzw. einen Durchlauferhitzer installiert haben. Kleben Sie vorhandene Lüftungsschlitze z.B. in der Tür nicht zu. Reinigen Sie vorhandene Lüftungssysteme regelmäßig, damit ein Sauerstoffaustausch sichergestellt ist.
  • Betreiben Sie Ablufthauben/Dunstabzugshauben und Gasthermen/Kaminöfen nicht zu gleicher Zeit bei geschlossenen Fenstern.

CO-Melder

Durch Installation eines Kohlenmonoxid-Warnmelders können Sie Ihren Schutz sinnvoll verbessern. Die Installation eines Kohlenmonoxidwarnmelders ist eine sinnvolle Ergänzung und kein Ersatz für Rauchmelder. Ein Kohlenmonoxidwarnmelder kann keine Wartung der Heizanlage ersetzen oder Prüfintervalle verlängern.

  • Wird nur ein Melder installiert, sollte dieser im Schlafbereich oder im Flur vor dem Schlafbereich installiert werden; Installationshöhe zwischen 1,5 m bis 1,85 m oberhalb des Fußboden.
  • Für zusätzlichen Schutz kann ein zweiter CO-Melder in mindestens 6 m Abstand zur Heizung installiert werden.
  • CO-Melder sollten nicht in Küchen, feuchten oder sehr staubigen Räumen installiert werden.
  • Bitte beachten Sie bei der Installation die Bedienungsanleitung des CO-Melders.

Weiterführende Informationen:

Initiative zur Prävention von Kohlenmonoxid-Vergiftungen

 

www.co-macht-ko.de 


25.09.2019 | ghnz