Grillsaison

Grillen ohne Brandbeschleuniger! (Bild: www.paulinchen.de)
Grillen ohne Brandbeschleuniger! (Bild: www.paulinchen.de)

Der unsachgemäße Umgang mit Grillgeräten und Brandbeschleunigern im Garten, auf dem Balkon usw. kann sehr leicht zu Brand- oder Unfallgefahren führen. Jedes Jahr kommt es in Deutschland zu rund 4000 Grillunfällen. Häufig sind schwere Verbrennungen die Folge. Sie können lebensbedrohlich sein.

 

Sicher grillen

Grill standsicher aufstellen

  • Grillgeräte kippsicher im Windschatten und in sicherer Entfernung von anderen brennbaren Materialien aufstellen.

Nur geprüften Grillanzünder verwenden

  • Nur geprüfte Grillanzünder und Grillgeräte aus dem Fachhandel verwenden. Achten Sie dabei auf das Prüfzeichen (z.B. DIN CERTCO).
  • Niemals Spiritus oder andere Brandbeschleunigern verwenden, weder zum Anzünden noch zum Nachschütten auf zu langsam brennende Grillholzkohle.

Den Grill niemals unbeaufsichtigt lassen

  • Den Grill nicht von Kindern bedienen oder anzünden lassen.
  • Lassen Sie Kinder nicht in Reichweite des Grills spielen.
  • Grillfeuer und die Glut nach dem Grillen vollständig löschen und auskühlen lassen - auch dabei nicht unbeaufsichtigt lassen.

Ein geeignetes Löschmittel bereithalten

  • Einen Kübel mit Sand, Feuerlöscher oder Löschdecke zum Löschen des Grillfeuers bereithalten.
  • Brennendes Fett niemals mit Wasser, sondern durch Abdecken löschen.
  • Nicht in geschlossenen Räumen grillen und den Grill niemals zum Auskühlen ins Zimmer oder in die Wohnung stellen - Es besteht Vergiftungsgefahr!

Holzkohlegrills und Grillkohle dürfen nur im Freien verwendet werden

  • In Innenräumen können geruchlose Brandgase schwere Vergiftungen verursachen. Hinzu kommt die Brandgefahr durch einen möglichen Funkenflug.
  • Auch Gasgrills sollten nicht in geschlossenen Räumen betrieben werden, da sie hierfür nicht zugelassen sind und die ausgestoßene CO2–Menge deutlich höher ist, als bei einem Gasherd.
  • Wer in Innenräumen grillen möchte, sollte unbedingt einen Elektrogrill verwenden.

DRK-Tipps: Erste Hilfe beim Grillunfall

Bei schweren Verbrennungen Notruf 112 absetzen

  • Rufen Sie bei schweren und bei großflächigen Verbrennungen sofort den Rettungsdienst (Notruf 112). Besonders bei Verbrennungen im Gesicht, oder wenn heiße Luft eingeatmet wurde, kann die Situation für den Verletzten lebensbedrohlich werden.

Flammen am Körper löschen oder ersticken

  • Ersticken Sie in Brand geratene Kleidung, indem Sie eine Decke fest auf den Körper drücken und die Flammen vom Kopf an abwärts ausstreichen.
    Vorsicht: Nutzen Sie auf keinen Fall eine Decke aus synthetischen Fasern!
  • Löschen Sie den Brand mit Wasser. Sollte ein Feuerlöscher zur Hand sein, dürfen Sie den Schaum niemals ins Gesicht spritzen. Der Einsatz erfolgt in kurzen Löschstößen, ebenfalls vom Kopf an abwärts.
  • Sollten keine Löschmittel zur Hand sein: Rollen Sie die in Brand geratene Person über den Boden um die Flammen zu ersticken.
  • Entfernen Sie verbrannte Kleidungsstücke, sofern sie nicht mit der Haut verklebt sind. Sie speichern die Wärme und können weiteres Gewebe schädigen.

Brandverletzungen nicht dauerhaft kühlen

  • Hautschädigungen bei Verbrennungen sind nach wenigen Sekunden abgeschlossen. Bei kleinflächigen Wunden (kleiner als die Handinnenfläche) kann zur Schmerzlinderung kurzfristig gekühlt werden. Eine länger andauernde Kühlung mit Wasser kann bei großflächigen Verletzungen Unterkühlung nach sich ziehen.
  • Bedecken Sie die Wunde mit einem (Brandwunden)-Verbandtuch aus dem Verbandkasten Ihres Autos. Verbinden Sie dann die Wunde locker und ohne Druck. Decken Sie den Verletzten gegebenenfalls mit der Rettungsdecke um Auskühlung zu verhindern.
  • Hausmittel wie Salben, Öle oder Mehl gehören keinesfalls auf eine Brandwunde.

Weiterführende Informationen:

Erste Hilfe bei Verbrennungen

www.drk.de


16.07.2016 | ghnz